Odessa ist eine Stadt im gleichnamigen Verwaltungsgebiet (Oblast Odessa) in der Ukraine. Sie ist mit rund 1.000.000 Einwohnern die wichtigste Hafenstadt des Landes am Schwarzen Meer. Schiffsbau, Ölraffinerien, Chemie, Metallverarbeitende Betriebe, Nahrungsgüterproduktion, Fischfang und Tourismus sind die Grundlagen der Odessaer Wirtschaft. Das historische Zentrum von Odessa wurde 2023 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen.
Bekannt ist der Markt „Promrynke 7 km“, häufig nur als „7. km“ bezeichnet. Er wird auf derzeit 70 ha Fläche vor allem aus zahlreichen aneinander gereihten Containern gebildet, und beherbergt so mehr als 15.000 verschiedene Händler und Geschäfte. Seinen Namen hat er daher, dass er sich bei Straßenkilometer 7 an der Straße Odessa – Ovidopol befindet.
Wahrzeichen Odessas ist die Potemkinsche Treppe von der Altstadt zum Hafen. Dort steht auch die Kanone des englischen Schiffs Tigris, das während des Krimkriegs sank. Im Opernhaus Odessa (Teatr operi ta baletu) finden Opern- und Ballettaufführungen statt. Es wurde 1884–1887 vom damals im mitteleuropäischen Theaterbau führenden Wiener Büro Fellner & Helmer erbaut, inzwischen jedoch wegen Bodensenkungen mehrfach verändert.
Die Geschichte der Stadt ist traditionell von vielen Völkern und Konfessionen geprägt. Die Ukrainer bilden mit 57 Prozent die Mehrheit der Einwohner. Außerdem leben in der Stadt 34 Prozent Russen, sowie Rumänen (Moldauer), Griechen, Deutsche, Franzosen, Araber, Türken, Armenier, Georgier und weitere Bevölkerungsgruppen. Insgesamt sollen es mehr als 130 Nationalitäten sein. Odessa gehört zu den ukrainischen Gebieten, in denen Russisch sehr verbreitet ist. Insgesamt geben 63 Prozent der Einwohner die russische Sprache als Sprache des Alltags an. Als gemeinsame Bezeichnung nennen sich die Einwohner Odessas Odessiten. Im Selbstbild findet sich als stärkstes Element die Weltoffenheit, eine Eigenschaft, die sich aus der Lage an der Nahtstelle zwischen Orient und Okzident ergibt.